Ägyptisches Schwarzkümmelöl

Unterschied zu anderen Sorten?

Wie man vielleicht ahnen könnte, stammt ägyptisches Schwarzkümmelöl aus Ägypten. Entsprechend der Überlieferung haben die Pharaonen Schwarzkümmelöl als ein Naturheilmittel angewandt. Der großartige Pharao Tut-ench-amun hatte ein Fläschchen in seiner Privatapotheke stehen, und zwar in derjenigen die für das Jenseits gedacht war. Im Grab von Pharao Tut konnte ein Fläschchen Schwarzkümmelöl als Grabbeigabe gefunden werden.

Die Geschichte des Schwarzkümmelöls findet in der islamischen Überlieferung seine Fortsetzung. Der Prophet Mohammed soll gesagt haben, dass Schwarzkümmelöl alle Krankheiten heile, außer den Tod.

Daraus kann man ableiten, dass Schwarzkümmelöl in der frühen islamischen Kultur sowie in den späteren Jahren großen Anklang und Anwendung gefunden hat. Auf Arabisch trägt die Heilpflanze den Namen “Hab all Baraka” was ungefähr soviel wie “Samen der Seeligkeit” oder “Samen der Erfüllung” bedeutet.

Karl der Große soll die Einfuhr von ägyptischen Schwarzkümmelöl in das abendländische Europa angeregt haben. Er war der Ansicht, dass mit dem Import aus Ägypten dem Abendland ein Allheilmittel geschenkt würde.

Schließlich hat der große Heiler Ibn Sina aus Persien, der in der persischen Stadt Ishfahan eine Art Vorgängermodell einer modernen medizinischen Fakultät im 11. Jahrhundert betrieben hat, ebenfalls die segensreiche Wirkung von Schwarzkümmelöl angepriesen. Zur damaligen Zeit pilgerten Menschen aus der gesamten Welt, um sich von diesem großartigen Mediziner behandeln zu lassen.

Doch was hat es mit der Bezeichnung “ägyptisch” nun tatsächlich auf sich?

Schwarzkümmelöl heute in Ägypten

Auch heute noch wird in der Volksmedizin Ägyptens Schwarzkümmelöl bei störenden Blähungen angewandt. Bei den oftmals würzigen und zwiebelhaltigen Köstlichkeiten, die in Ägypten auf dem Speiseplan stehen, ist ein Esslöffel Schwarzkümmelöl oftmals das Mittel der Wahl, wenn es dann darum geht dem geblähten Bauch Linderung zu verschaffen.

Auch wird Schwarzkümmelöl in Ägypten als harntreibender Tee verwendet. Die Tradition Schwarzkümmelöl zur Behandlung der oberen Atemwege zu verwenden, stammt ebenfalls aus Ägypten.

Nicht der Prophet sondern der Professor Mohammed aus Ägypten hat unlängst einen deutschen Arzt Schleicher auf die Wirkung von Schwarzkümmelöl hingewiesen. Dieser Professor hat zunächst einmal gezaudert, weil er – durchtrieben von der westlichen Schulmedizin – wenig über diese Heilpflanze in Erfahrung bringen konnte und deshalb erst einmal skeptisch war.

Dann dachte er sich, was soll´s und gab der an Asthma erkrankten Stute seiner Tochter ägyptische Schwarzkümmelsamen zum Fressen. Dann geschah etwas wundersames und die Wahrsagung vom Professor Mohammed traten ein. Das Pferd genas und die Tochter war wieder glücklich. Dr. Schleicher warf alle Skepsis über Bord und propagierte daraufhin das ägyptische Schwarzkümmelöl in der westlichen Schulmedizin.

Gemeinhin kann man sagen, dass Schwarzkümmelöl als Naturheilmittel seinen Ursprung in Ägypten hat. Aus diesem Grund wird Schwarzkümmelöl gemeinhin als Ägyptisches Schwarzkümmelöl bezeichnet.

Selbstverständlich gibt es auch Präparate, die aus Ägyptischen Schwarzkümmel hergestellt werden, doch die Bezeichnung Ägyptisches Schwarzkümmelöl zielt eher auf den Ursprung der Heiltradition, als auf den Ursprung des jeweiligen Präparates ab.

Unterschied zu anderen Schwarzkümmelölsorten

Ägyptisches und syrisches Schwarzkümmelöl gilt als höherwertiger als andere Schwarzkümmelölsorten. Ob das jetzt der Wahrheit entspricht oder bloß aus Propaganda Gründen in die Welt gesetzte Mythen sind,  ist schwer zu sagen. Einen wissenschaftlichen Nachweis für bessere Ergebnisse, die mit ägyptischen Schwarzkümmelöl erzielt werden können, gibt es in der Tat nicht.

Man munkelt, dass es zum Einen an der traditionellen Herstellungsweise und den Überlieferten Praktiken zur idealen Produktion liegen mag und zum Anderen, dass die Wetter und Bodenverhältnisse für die Herstellung von Schwarzkümmelöl in Ägypten und in Syrien am geeignetsten sind.

Vermutlich ist dieser Mythos darauf zurückzuführen, dass der Großteil der Überlieferung von Schwarzkümmelöl zunächst von Ägypten in die mesopotamische und schließlich in der arabisch/orientalischen Kultur Eingang gefunden hat. Aus diesem Grund verbindet man Schwarzkümmelöl mit Ägypten und so ist auch die Bezeichnung Ägyptisches Schwarzkümmelöl zustande gekommen. Jedenfalls ist die ägyptische Herkunft eines Schwarzkümmelölproduktes nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass die Qualität des Produktes besser ist als ein Anderes.

Die Qualitätsmerkmale, die zu beachten sind, gelten genauso für ägyptisches Schwarzkümmelöl.

Wirkung

Die Wirkungsweise von Ägyptischen Schwarzkümmelöl ist demnach die gleiche, wie bei anderen Schwarzkümmelölprodukten.

Harmonisierung der Immunabwehr durch die zahlreichen Antioxidantien und Nährstoffe, insbesondere Vitamin C.

Linderung bei allergischen Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis. Dieser Effekt ist auf die antiallergische Wirkung von Nigellion Semorpion zurückzuführen, welches eine krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaft hat.

Ebenso entfalten die darin enthaltenen ätherischen Öle eine positive Wirkung gegen allergische Reaktionen des Körpers

Eine Förderung der Verdauung sowie Stimulierung der Darmmuskulatur durch Saponin Melanthin, das leicht abführend und verdauungsanregend wirkt.

Eine regulierende Wirkung auf den Cholesterinwert aufgrund der zahlreichen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.

Eine beruhigende Wirkung auf die Nerven aufgrund der Vitamin B Komplexe, die in Schwarzkümmelöl enthalten.

Ägyptisches Schwarzkümmelöl kaufen

Was ist beim Kauf von Ägyptischen Schwarzkümmelöl zu beachten?

Wenn Sie wollen können Sie “originales” oder “ägyptisches” Schwarzkümmelöl kaufen, allerdings macht das zu mitteleuropäischen oder Produkten aus anderen Ländern kaum einen Unterschied. Deshalb lohnt es meistens nicht, von der Ägypten Reise eine Flasche mitzunehmen. E

Viele Hersteller schreiben auf ihr Produkt “Ägyptisches” Schwarzkümmelöl hin, um dem Produkt den Hauch einer höheren Qualität oder Originalität zu verleihen. Die Bezeichnung “ägyptisch” deutet allerdings nicht einmal darauf, dass das für das Produkt gewonnene Schwarzkümmelöl überhaupt aus Ägypten stammt. Es bedeutet lediglich, dass es bei dem Produkt um ein Extrakt von Nigella Sativa, die Pflanze, die eben auch als ägyptischer Schwarzkümmel bekannt ist.

Worauf Sie hingegen beim Kauf achten sollten ist:

  • Handelt es sich um kaltgepresstes Schwarzkümmelöl? Wir empfehlen Ihnen kaltkepresstes Schwarzkümmelöl, weil diese Form der Produktion den höchsten Anteil an Nährstoffen enthaltet. Dabei spielt es keine Rolle, wo das Öl kaltgepresst wurde.
  • Ist es ein rein natürliches Produkt? Je reiner und je natürlicher das Produkt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten. Das leichte Aufstoßen allerdings hängt nicht von der Güte des Produktes ab, sondern ist eine Eigenschaft, die mit der chemischen Zusammensetzung von Nigella Sativa zusammen hängt.
  • Enthält das Produkt Gluten, Glucsoe, Laktose, Aroma und Farbstoffe? Produkte, die solche Inhaltsstoffe haben, sollten gemieden werden, bzw. können diese ein Hinweis darauf sein, dass es sich um ein minderwertiges Produkt handelt.

Auch wenn das Produkt als “ägyptisches” Schwarzkümmelöl bezeichnet wird, so raten wir Ihnen vom Kauf Abstand zu nehmen, wenn die angeführten Kriterien nicht erfüllt werden.

Fazit

Ob ägyptisch oder nicht, es ändert wenig an der Qualität des Produktes. Die Bezeichnung “ägyptisch” hängt mehr mit der traditionellen Überlieferung und der ursprünglichen Herkunft der Heilpflanze ab, als mit der tatsächlichen Güte des Produktes. Sie können getrost ein Produkt aus anderen Ländern in Erwägung ziehen, wenn Sie auf die von uns angeführten Qualitätsmerkmale achten!

Wer schreibt hier?

Herbert Havera

Autor und Schriftsteller im Bereich Gesundheit

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen.

Quellenangabe

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Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band III. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05892-8, S. 1970–1974 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) 

M. I. Alhazmi, T. N. Hasan, G. Shafi, A. H. Al-Assaf, M. A. Alfawaz, A. A. Alshatwi: Roles of p53 and caspases in induction of apoptosis in MCF- 7 breast cancer cells treated with a methanolic extract of Nigella sativa seeds. In: Asian Pacific journal of cancer prevention: APJCP. Band 15, Nummer 22, 2014, S. 9655–9660, PMID 25520084.

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